Brentrup seit 150 Jahren in Harsewinkel

Geschäftsführer Chris Brentup und seine Mitarbeiterinnen

Das Textilhaus Brentrup am Alten Markt feiert dieses Jahr 150-jähriges Bestehen. Ein Rückblick auf die Firmengeschichte:

Die Anfänge (1869 bis 1912)
Johann Bernard Josef Niedick errichtete 1869 ein einstöckiges Wohn- und Geschäftshaus am Alten Markt und eröffnete im gleichen Jahr einen Gemischtwarenladen mit Colonial-, Porzellan-, Kurz- und Galanteriewaren. Nach seinem Tod am 18.6.1875 (mit 36 Jahren) lernt seine 27-jährige Ehefrau Margarete Elisabeth (geb. 27.9.1848) ein paar Jahre später den aus St. Vit bei Wiedenbrück stammende Conrad Brentrup kennen, den sie am 6.6.1878 heiratet. Conrad Brentrup übernimmt die Geschäftsführung des Unternehmens, das nun den Namen „Textilhaus C. Brentrup“ trug.

Margarete Elisabeth Brentrup mit dem Sohn Heinrich Anton, Minna und Maria Niedick aus erster Ehe, und Conrad Brentrup mit seiner Tochter Gertrud im Jahre 1882

Das Paar baute den Betrieb in den Jahren darauf aus und erweitert die Grundstücksfläche. Im Hof entstand eine Bohlen-Kegelbahn, die bis in die 1950er Jahre in Betrieb war. Der Schankraum wurde vergrößert und ein Saal entlang der Achtermannstraße gebaut.

Innenhof der Gaststätte Brentrup/des Westfälischen Hofes in Harsewinkel um 1900

1910 wurde auch das Wohnhaus aufgestockt. Die Familie erweitert ihren Besitz in der Mitte der Stadt durch Ankauf angrenzender Grundstücksflächen: Von der Hofstelle Achtermann werden Landflächen hinter dem Gebäude zugekauft. Conrad Brentrup stirbt mit fast 75 Jahren am 17.4.1912, seine Frau Margarete Elisabeth drei Jahre später am 17.8.1915.

Heinrich Anton Brentrup (1912 -1936)
Daraufhin übernimmt der 32-jährige Sohn und gelernte Kaufmann Heinrich Anton (geb. 21.9.1881), genannt Tonius Brentrup das Geschäft. Er heiratete am 16.09.1920 Katharina Brentrup, geb. Franzgrote aus Clarholz.

Er führte das Geschäft bis zu seinem frühen Tod (aufgrund einer langen, schweren Krankheit) mit 55 Jahren erfolgreich. Zusammen hatten sie vier Kinder.

Postkarte aus den 20er Jahren: Textilhaus und Gaststätte Alter Markt 4, Harsewinkel

Seine Witwe, die bis heute vielen älteren Harsewinkeler Schützen als „die Kaiserin“ bekannt ist, führte die Geschäfte in den Jahren des Weltkrieges und der Nachkriegszeit weiter. Zwei Jahre später heiratete sie Friedrich (Fritz) Vossenkämper, der nun den Geschäftsbetrieb als Gaststätte ausbaute.

Postkarte aus den 1950ern: Westfälischer Hof / Gaststätte Brentrup

Parallel zur Gaststätte bestand das Textilgeschäft weiter. Die Ehe, aus der zwei Söhne hervorgegangen sind, wird allerdings 1960 geschieden und die Gaststätte 1964 zugunsten einer Vergrößerung des Textilgeschäfts aufgegeben.

Die dritte und vierte Generation (1950 bis 2000)
Das Ende des Krieges bedeutete die Rückkehr von Antonius (Toni) Brentrup, Sohn von Katharina und Heinrich Anton, aus der Gefangenschaft. Er unterstützte seine Mutter bei der Leitung des Textilhauses und heiratete 1952 seine Frau Christa, geb. Kläsener.

Mutter Christa und Antonius (Toni sen.), mit den Kindern Klaus, Susanna, Jutta und Karin, Anfang der 60er Jahre

Sie bekamen sechs Kinder: Klaus Brentrup war langjähriger Geschäftsführer bei der Sinn-Leffers AG, Susanna Brentrup wurde Textilkauffrau, Toni Brentrup jun. war lange erfolgreicher Inhaber einer Berliner Modeagentur, die Zwillingsschwestern Jutta und Karin Brentrup sowie Chris Brentrup.

Unter der Leitung von Toni Brentrup sen. ( (1928-2018) wurde der Neubau entlang der Achtermannstraße errichtet und die Anlage zur Bettenfedernreinigung angeschafft. Bis in die 1970er Jahre konzentrierte sich das Angebot im „Textilhaus C. Brentrup“ auf Damenoberbekleidung, Kurzwaren, Stoffe, Betten und Gardinen.

Textilhaus Brentrup um 1960 mit Toni Brentrup sen. und Mitarbeiterinnen

Zum 125-jährigen Jubiläum im Jahr 1994 wird das Sortiment auf Bett, Tisch und Bad konzentriert. Geschäftsführer Chris Brentrup (47) leitet das Textilhaus nun in vierter Generation mit dem Slogan „Brentrup – Ihr Bettenspezialist“.

Das Geschäftshaus Brentrup im Jahre 2019 ( von Jürgen Grützner)

Wir gratulieren ganz herzlich!

Infos und Fotos: Dr. Volker Krobisch, Burkhard Kirchner

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