25-jähriges Bestehen der Städtepartnerschaft in Les Andelys

Der Ort hätte nicht besser gewählt sein können: Im Hochzeitszimmer des Rathauses der französischen Partnerstadt fand am dritten Oktober-Wochenende die offizielle Feier zum 25-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Les Andelys und Harsewinkel statt. Der Vergleich, den Nicolas Larcher, Vorsitzender des französischen Partnerschaftskomitees, in seiner Ansprache zog, war naheliegend: Das Jubiläum sei wie die „Silberhochzeit“ eines Ehepaares, und sie sollte genutzt werden, um das vor 25 Jahren gegebene Partnerschaftsversprechen zu erneuern.

Bereits im Juni war das Jubiläum im Rahmen des Weinfestes in Harsewinkel gefeiert worden. Zum Gegenbesuch hatten sich rund 30 Harsewinkeler/innen – unter ihnen Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide – auf den Weg nach Les Andelys gemacht. Frédéric Duché, Bürgermeister der Seinestadt, stellte in seiner Rede vor rund 100 Besuchern im Hochzeitssaal die besondere Verbindung zwischen Frankreich und Deutschland im Allgemeinen und die zwischen Les Andelys und Harsewinkel im Besonderen heraus. Für die Zukunft formulierte er den Wunsch, noch mehr Menschen für die Städtepartnerschaft zu begeistern. Dabei soll ein besonderer Fokus auf den jungen Menschen liegen. Sie sollen „als Botschafter für unsere Städte werben, damit die Partnerstadt auf den Spuren fortgeführt wird, die unsere älteren Mitbürger hinterlassen haben.“

Dass die Jugendarbeit im Harsewinkeler Partnerschaftsverein großgeschrieben wird, wurde bei der Rede von Mary Brüggemann deutlich. Brüggemann, die im Juli 2018 in der Nachfolge von Günter Rauh zur Vorsitzenden des Vereins gewählt worden war, wies auf die bereits seit vielen Jahren bestehenden Jugendprojekte und den regelmäßig stattfindenden Schüleraustausch hin. Für die Zukunft wünschte sie sich mehr Zeit für einen noch intensiveren Austausch, um unter anderem tiefer in die Kultur des jeweils anderen Landes eintauchen zu können. Nicolas Larcher verwies als Vorsitzender des französischen Partnerschaftskomitees auf die vielen gemeinsamen Erlebnisse und Erinnerungen, und versprach, alle Anstrengungen zu unternehmen, um zu erhalten, was von den Vorgängern geschaffen worden sei.

Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide überreichte anschließend das Gastgeschenk, zu dem neben 25 Hopfenpflanzen aus dem Marienfelder Klostergarten auch einige Flaschen des Marienfelder Klosterbräus sowie Harsewinkeler Pferdeäpfel gehörten. Aus den Händen ihres französischen Amtskollegen nahm sie unter anderem ein Foto des Château Gaillard, dem Wahrzeichen von Les Andelys, entgegen. Bei der anschließenden Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde wurde das gegenseitige Versprechen, den europäischen Gedanken im Rahmen der Städtepart-nerschaft zu fördern und zu entwickeln, erneuert.

Auf dem Weg zum gemeinsamen Sekt-Empfang legte die Gruppe eine Schweigeminute für die Verstorbenen der beiden Partnerschaftsvereine ein. In der Nähe des oberhalb der Seine gelegenen Paugé-Turms wurde dabei in Erinnerung an den 2015 gestorbenen Julius Petri, einen der Gründerväter der Städtepartnerschaft, eine Gedenktafel enthüllt.

Im Anschluss an die offizielle Zeremonie ging es bei unterschiedlichen Aktivitäten fröhlich weiter: Beim Besuch des rund 30 Kilometer entfernten Gartens des Impressionisten Claude Monet, beim Chor-Konzert in der Kirche Saint Sauveur sowie beim Verkauf französischer und deutscher Produkte auf dem von beiden Vereinen betriebenen Stand auf dem Herbstfest wurde die Städtepartnerschaft mit vielen neuen Erinnerungen angereichert. Am Montagmorgen wurde die Gruppe von den französischen Freunden herzlich verabschiedet. Bereits Anfang November wird es ein Wiedersehen geben: Zum Weihnachtsmarkt sind die Franzosen wieder mit einem Stand vertreten. Im Angebot haben sie unter anderem Cidre, Calvados und französische Wurst-Spezialitäten.

Text und Fotos: Stadt Harsewinkel

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