Sichtschneisen für mehr Artenvielfalt am Hühnermoor

Foto: NZO-GmbH/Kloke

Direkt hinter dem Radweg, umgeben von Bäumen liegt versteckt Harsewinkels ältestes Naturschutzgebiet: Die Hochmoorlandschaft Hühnermoor ist etwa 4.000 Jahre alt. Im Zuge der Renaturierungsarbeiten an der Lutter sollen die benachbarten Lebensräume Aue und Moor miteinander verknüpft werden. Damit streben die Mitarbeitenden der Abteilungen Umwelt und Tiefbau des Kreises Gütersloh eine Verbesserung der Lebensräume und damit eine Erhöhung der Artenvielfalt an. Um die Durchlässigkeit zwischen dem Moor, der Düne und der Aue zu gewährleisten, sind zwei Sichtschneisen notwendig.

Wie ein Schwamm saugen die Torfmoose das Wasser im Hühnermoor auf – doch momentan bleiben sie verhältnismäßig trocken. „Das Moor ist in einer abflussarmen Senke entstanden und wird durch Regenwasser gespeist. Durch die momentane Trockenheit fehlt es dem Moor momentan an Feuchtigkeit“, erklärt Ulrike Rediker-Authmann von der Abteilung Umwelt. Die umliegenden Bäume entziehen der Moorlandschaft zusätzlich Wasser. Um das Ökosystem des Hühnermoores zu bewahren und die Erweiterung der Lebensräume im Rahmen des Renaturierungsprojektes an der Lutter zu erweitern, werden nun zwei Sichtschneisen zwischen Moor und Fluss angelegt. Dazu müssen insgesamt 30 Bäume gefällt werden. Auf diese Weise können die verschiedenen Lebensräume voneinander profitieren. Die Stämme und Wurzelstöcke werden in der Böschung oder der Gewässersohle des neuen Flusslaufes eingebaut und schaffen so unterschiedliche Strukturen. „Diese können von Fischen und Kleinlebewesen als Unterstände und Versteckmöglichkeiten genutzt werden“, fasst Rediker-Authmann zusammen.

Um die bestmöglichen Bedingungen für Flora und Fauna zu schaffen, unterstützt auch die Biologische Station Gütersloh/Bielefeld das Gemeinschaftsprojekt. Auf den freien Auen- und Dünenflächen werden Begrünungsstreifen angelegt. So sollen zum Beispiel Ferkelkraut, Spitzwegerich und Habichtskraut dort wachsen. Zwar sollen die Biotope Moor und Aue  voneinander profitieren und so zur Erhöhung der Artenvielfalt beitragen, doch dürfen sie sich keinesfalls vermischen. Sonst könnte es zu Störungen in den Ökohaushalten kommen. Denn die Lutter ist ein sogenanntes Mischgewässer und reich an Nährstoffen, während das Moor ein nährstoffarmer Lebensraum ist.

Die Maßnahmen in Harsewinkel laufen auf Hochtouren: Der neue Flusslauf ist angelegt und wird nun in Teilbereichen nach und nach geflutet. Eine Sichtschneise besteht bereits, die zweite wird in den folgenden Wochen entstehen. Ende September soll das Projekt seinen Abschluss finden. Spaziergänger und Fahrradfahrer, die auf dem Pfad zwischen dem Hühnermoor und der Auenlandschaft unterwegs sind, können bald alle wichtigen Details rund um die Maßnahmen auf einer Infotafel lesen.

Text: Kreis Gütersloh

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