Förderbescheid über 150.000 Euro für Projekt ‚Artenreiche Lebensräume in der VITAL-Region GT8‘ übergeben

Jetzt ist es offiziell: Die Bezirksregierung bewilligt das Projekt ‚Artenreiche Lebensräume in der VITAL-Region GT8‘. Die Biologische Station setzt auf den Erhalt und die Förderung artenreicher Lebensräume, indem Landwirte, Kommunen und Hausbesitzer ihre Grünflächen möglichst naturnah umgestalten. Die VITAL.NRW-Fördermittel in Höhe von rund 150.000 Euro und die Zuwendung des Kreises in Höhe von 80.000 Euro dienen der Einrichtung einer Personalstelle und der Bereitstellung von Sachmitteln. Durch Beratung, einen regelmäßigen Fachaustausch und konkrete Maßnahmen soll die Biodiversität in der VITAL-Region GT8 erhalten bleiben. Das Projekt geht über fast vier Jahre bis Ende 2022.

Auch in unserer Region hat das Artensterben von Tieren und Pflanzen deutlich zugenommen. So werden arten- und blütenreiche Biotope wie Feuchtwiesen, Äcker oder Sandmagerrasen immer seltener. Mit dem Verschwinden ihrer Lebensräume gehen drastische Bestandsabnahmen von Feldvögeln wie Kiebitze oder Feldlerche, Amphibien oder Insekten einher. Die Bestände des Kiebitz haben allein in den Jahren von 2006 bis 2016 um 50 Prozent abgenommen und dieser Trend hat sich in den vergangenen Jahren fortgesetzt.

Um dieser Tendenz entgegenzuwirken wurde das Projekt ‚Artenreiche Lebensräume‘ durch die VITAL-Region GT8 ins Leben gerufen. Träger des Projekts, das Anfang April gestartet ist, ist die Biologische Station Gütersloh/Bielefeld. Neben den acht Kommunen der VITAL-Region GT8 und dem Kreis Gütersloh sind landwirtschaftliche Vereinigungen, Naturschutzverbände, Imker, Jäger und weitere Akteure beteiligt. Gemeinsam sollen Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität umgesetzt werden. Aber auch die nicht in der GT8-Region eingebundenen Kommunen sollen in das Projekt mit zusätzlichen kreiseigenen Mitteln einbezogen werden. 

Die Projektmittel in der Gesamthöhe von 230.000 Euro werden für die Einrichtung einer halben Personalstelle und für die Bereitstellung von Sachmitteln für konkrete Maßnahmen verwendet. Um Arten zu helfen, steht vor allem die Beratung von interessierten Landwirten, Kommunen, Firmen oder Privatleuten im Vordergrund. Dies bedeutet, gemeinsam mit den Eigentümern Maßnahmen je nach Beschaffenheit der Grünfläche abzuleiten und umzusetzen: Etwa das Anlegen von Blühwiesen zur Förderung von Insekten, Schaffen von Amphibienschutzgewässern, installieren von Nisthilfen, umsetzen von Maßnahmen zum Schutz von Vogelgelegen, Pflege von artenreichen Biotopen (Sandmagerrasen, Heideflächen, etc.), Hecken pflanzen und Alternativen zum Maisanbau gemeinsam mit Landwirten entwickeln.

Auch die Beratung und Schulung von Gartenbotschaftern oder Gartenlandschaftsbau-Betrieben soll innerhalb des Projektes erfolgen. Zudem sollen unterschiedliche Zielgruppen im Rahmen von Öffentlichkeitsarbeit für den Natur- und Artenschutz sensibilisiert und Natur soll dafür auch erlebbar gemacht werden. Helfen sollen dabei Flyer, Ausstellungen bei Stadtfesten, Aktionen für Privat- und Kleingärten, Aktionen für Schulen und Kitas, Exkursionen und Erfahrungsaustausch mit bestehenden Initiativen in Kommunen oder von Vereinen und Naturschutzverbänden.

Nicht zuletzt sollen regelmäßige Treffen von Vertretern aus Kommunen, Landwirtschaft, Naturschutzverbänden und anderen Vereinen und Organisationen wie Imker einen Fachaustausch, eine engere Zusammenarbeit, Vernetzung und gemeinsame Maßnahmen ermöglichen.

Seit April sind bereits etliche Anfragen seitens Firmen, Kommunen, Privatleuten, Schulen und Landwirten erfolgt und erste Maßnahmen wurden nach Beratungsgesprächen bereits umgesetzt. Ferner wurden Exkursionen mit Schulen und Verwaltungen in Projektgebiete vereinbart. 

Nähere Informationen zum Projekt und zur VITAL-Region GT8 erteilen Regionalmanagerin Mareike Bußkamp, E-Mail m.busskamp@gt-acht.de, Telefon 05241/85-1068 und Projektleiterin Claudia Quirini-Jürgens, E-Mail claudia.quirini@t-online.de, Telefon 0171/ 544 85 95.

Informationen im Netz unter www.kreis-guetersloh.de/sh/LAG-GT8 und unter https://biostationgt-bi.de

Text und Foto: Kreis Gütersloh

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