Dr. Cathrina Claas-Mühlhäuser mit dem ERNST-BLICKLE-PREIS 2018 geehrt

Frau Dr. Cathrina Claas-Mühlhäuser wurde diese Woche mit dem mit 100.000 Euro dotierten ERNST-BLICKLE-PREIS 2018 der SEW-EURODRIVE-Stiftung ausgezeichnet. Im Rahmen eines feierlichen Festakts im Bruchsaler Schloss würdigte der Stiftungsvorstand die herausragenden Leistungen von Dr. Claas-Mühlhäuser im Bereich der Erforschung und Anwendung von neuesten Erkenntnissen zur Realisierung ökologisch und ökonomisch nachhaltiger Landtechniken. Ebenfalls wurde der Studienpreis der Stiftung an 22 Absolventen für ihre Diplom- und Masterarbeiten vergeben.

Die SEW-EURODRIVE-Stiftung ehrt mit der Verleihung des ERNST-BLICKLE-PREISES an Dr. Cathrina Claas-Mühlhäuser eine Unternehmerin, für die Ökologie und Wirtschaftlichkeit untrennbare Merkmale neuzeitlicher und nachhaltiger Landtechnik sind.

Nachhaltige Landtechnik? Die Landtechnik hat im letzten Jahrzehnt große Anstrengungen unternommen, um die Effizienz von Landmaschinen zu erhöhen und den Schadstoffausstoß zu senken. Ein Beispiel: Um die Partikelbelastung im Abgas zu reduzieren, haben die Motorhersteller die Verbrennungstemperatur in den Zylindern stark erhöht. Als Folge muss die Motorkühlung deutlich größer und komplexer dimensioniert werden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Seit 2008 wurde der Ausstoß an Feinstaub und Stickoxiden um mehr als 90 Prozent reduziert. Große Sprünge gibt es auch in der Erntetechnik: Schon heute verbraucht ein CLAAS Mähdrescher nicht mehr als 1,5 Liter Diesel um eine ganze Tonne Weizen zu ernten.

Neuzeitliche Landtechnik? „Farming 4.0“! Es reicht nicht mehr nur die einzelne Maschine zu verbessern. Die Maschinen werden mit immer intelligenteren Technologien ausgerüstet, um untereinander zu kommunizieren und Arbeitsprozesse automatisch abstimmen zu können. Die Gesamtsicht aller Arbeiten auf dem Hof rückt in den Vordergrund. Inzwischen geht es immer mehr um eine Verlagerung in Richtung „Mannschaftsspiel“. Die hohen Ernteleistungen eines Mähdreschers und die immer kürzeren Erntefenster stellen die Transportlogistik inzwischen vor größere Herausforderungen. CLAAS vernetzt daher Traktor, Mähdrescher und Überladewagen so, dass der Ladewagen je nach Erfordernis die Traktorgeschwindigkeit regulieren kann.

Wofür die Geehrte das Preisgeld einsetzen will, weiß Sie auch schon: „Damit soll jetzt das „Large Vehicle Alert Systems“ weiterentwickelt werden, um möglichst für eine Vielzahl von Automobilherstellern einsetzbar zu sein. Es warnt Automobil-Fahrer vor Landmaschinen im Straßenverkehr. Das System übermittelt die Telemetriedaten landwirtschaftlicher Maschinen und Traktoren im Straßenverkehr in Echtzeit an Assistenz- bzw. Navigationssysteme und Smartphone-Apps in den Fahrzeugen anderer Verkehrsteilnehmer. Auf diesem Weg können die Fahrer von PKW und LKW proaktiv über Position und Status der landwirtschaftlichen Maschinen auf ihrer Route informiert und gewarnt werden,“ erklärt Frau Dr. Claas-Mühlhäuser.

Die Preisträgerin
Dr. Cathrina Claas-Mühlhäuser (*1975) hat nach einer Lehre zur Industriekauffrau an der Schweizer Universität St. Gallen Betriebswirtschaftslehre studiert. Nach ihrem Studienabschuss als Master of Business Administration war sie in der Schweiz und in Chile für den internationalen Technologiekonzern ABB tätig. Seit 2004 ist Frau Dr. Claas-Mühlhäuser stellvertretende Vorsitzende des CLAAS Gesellschafterausschuss, seit 2010 hat sie zudem den Vorsitz im Aufsichtsrat der CLAAS KGaA mbH inne. Zu den externen Mandaten zählt seit Dezember 2007 ein Sitz im Aufsichtsrat der KWS Saat AG. Darüber hinaus ist Dr. Claas-Mühlhäuser Mitglied im Zentralen Beirat der Commerzbank, im Asien-Pazifik-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft sowie im Vorstand des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft. Im Mai 2018 hat Frau Dr. Claas-Mühlhäuser die Ehrendoktorwürde der Harper Adams University in Großbritannien verliehen bekommen.

Die Stiftung
Dr. Cathrina Claas-Mühlhäuser ist die 19. Preisträgerin des seit 1991 vergebenen Forschungspreises, mit dem die SEW-EURODRIVE-Stiftung hervorragende Leistungen auszeichnet. Die gemeinnützige Stiftung wurde 1989 durch Edeltraut Blickle zum Gedenken an ihren 1986 verstorbenen Ehemann Ernst Blickle, dessen unternehmerische Leistung sowie seine Verdienste um die Unternehmen der SEW-EURODRIVE-Gruppe gegründet. Bisher wurden Wissenschaftler aus Österreich, Frankreich, Deutschland, den Vereinigten Staaten und der Schweiz mit dem Ernst-Blickle-Preis geehrt, darunter Martin A. Kapp, Prof. Dr. Leo Lorenz, Martin Kannegiesser, Dr. Michael Rogowski, Prof. Dr. Robert Hirzinger oder Prof. Dr.-Ing. Bernd-Robert Höhn.


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