Erste Sitzung des Projekt-Teams ‚Artenreiche Lebensräume‘

Blaue Kornblumen und roter Mohn sollen wieder für Farbenvielfalt auf den Ackerflächen sorgen. Feldvögel wie der Kiebitz, das Rebhuhn und die Feldlärche ziehen zurück in die Region. Frösche quaken wieder ihre Hochzeitsgesänge an den heimischen Gewässern. Die Revitalisierung von Flora und Fauna ist Ziel des Projektes ‚Artenreiche Lebensräume‘. Der Kreis Gütersloh unterstützt das Programm, das unter der Leitung der Biologischen Station Gütersloh/Bielefeld Anfang April gestartet ist. In ihrer ersten Sitzung tauschten die Projektpartner Erfahrungen aus und entwickelten Konzepte.

Viele Maßnahmen zum Erhalt und zur Förderung der Artenvielfalt in der VITAL-Region GT8 sowie darüber hinaus im gesamten Kreisgebiet stehen auf der Agenda: Blütenreiche Wiesen und Wegränder schaffen, Ackerflächen als Lebensräume optimieren, Amphibiengewässer anlegen oder Nisthilfen bauen. „Das Artensterben der Tiere und Pflanzen hat in den vergangenen Jahren drastisch zugenommen“, sagt Projekt-Koordinatorin Claudia Quirini-Jürgens von der Biologischen Station Gütersloh/Bielefeld. Um dieser Tendenz entgegen zu wirken, beteiligen sich neben dem Kreis auch die acht Kommunen der VITAL-Region sowie die anderen Städte und Gemeinden des Kreisgebietes, die Landwirtschaftskammer und landwirtschaftliche Vereine, Naturschutzverbände, Imker, Jäger und weitere Akteure an der Planung und Umsetzung der Maßnahmen. „Wir haben gemeinsam eine konstruktive Strategie entwickelt. Nun geht die konkrete Arbeit in thematischen Arbeitsgruppen weiter“, erklärt Bernhard Walter, Leiter der Biologischen Station Gütersloh/Bielefeld. Die Arbeitskreise werden sich zunächst den Wegsäumen und naturnahen Gärten widmen. „Es gibt bereits bestehende Projekte in den einzelnen Kommunen, die mit in das Programm einfließen sollen. Durch die Vernetzung aller Beteiligten profitieren wir von Erfahrungen“, erläutert Wilhelm Gröver, Leiter der Abteilung Umwelt des Kreises Gütersloh. Die Aufgabe des Kreises ist die Koordination aller Aktivitäten in den einzelnen Städten und Gemeinden. Für alle Kommunen im Kreisgebiet, auch außerhalb der VITAL-Region, stehen das Beratungsangebot der Biologischen Station Gütersloh/Bielefeld und ein finanzieller Beitrag des Kreises zur Verfügung.

Quirini-Jürgens berät die Kommunen sowie die Landwirte, die Flächen für die Wiederherstellung und den Erhalt von Naturräumen bereitstellen wollen: „Oft bietet eine Fläche mehr Potenzial, als man auf dem ersten Blick erkennt.“ Daher sei es unbedingt ratsam, sich im Vorfeld von den Profis beraten zu lassen. „Im schlimmsten Fall könnte man ein bereits bestehendes Biotop für seltene Pflanzenarten, Pilze oder Insekten zerstören“, warnt Quirini-Jürgens. Nach der Bestandsaufnahme erarbeitet die Fachfrau einen Plan zur weiteren Vorgehensweise. „Einige Flächen können voll ausgeschöpft, andere müssen noch optimiert werden, damit ein Blütenreichtum entstehen kann.“

Der Fokus des Projektes liegt zunächst auf kommunalen sowie landwirtschaftlichen Flächen. Für weitere Informationen können sich interessierte Kommunen und Landwirte bei Quirini-Jürgens per E-Mail an claudia.quirini@t-online.de oder per Telefon unter 0171 5448595 melden.

Für Privatpersonen, die in ihrem Garten oder auf dem Balkon eine Blühfläche anlegen wollen, stellt das Projekt-Team Infomaterial bereit. „Wir möchten unterschiedliche Zielgruppen für das Thema sensibilisieren und werden daher auch Aktionen in verschiedenen Institutionen wie zum Beispiel Kitas oder Schulen anbieten“, sagt Gröver. Die Beteiligten hoffen, beim nächsten Treffen aller Projektpartner im September bereits erste Ergebnisse zusammentragen zu können. Im Zeitraum von 2019 bis voraussichtlich 2022 unterstützt das Land NRW das Projekt mit rund 150.000 Euro. Das entspricht einer Förderquote von 65 Prozent. Den Eigenanteil des VITAL-Projektes von etwa 80.000 Euro trägt der Kreis Gütersloh.

Text und Bild: Kreis Gütersloh

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