Zeitzeugen und Zeitzeuginnen gesucht

Ruben Beintmann (15 Jahre alt) ist auf der Suche nach seinem Urgroßvater, von dem er nur weiß, dass er aus Frankreich stammt und während des 2. Weltkrieges in Harsewinkel als Kriegsgefangener war. Weil der Bielefelder Laborschüler sich aber sehr für Geschichte interessiert, hat er sich auf die Spurensuche gemacht und will beharrlich recherchieren, bis er allen Spuren nachgegangen ist. „Ich weiß, dass das ein schwieriges Vorhaben ist“, betont er bei seinem Besuch im Stadtarchiv Harsewinkel. „Denn die meisten Zeitzeugen werden gestorben oder sehr, sehr alt sein. Dennoch möchte ich nichts unversucht lassen, ihn oder die Familie zu finden.“

Von Zeitzeugen hat er gehört, dass der Franzose, der gut deutsch sprach und ein großes Interesse an Pferden hatte, möglicherweise Paul mit Vornamen hieß. „Tagsüber hat er auf dem Hof Knufinke in Brockhagen nahe der Harsewinkeler Stadtgrenze gearbeitet und ist abends dann in das kleine Kriegsgefangenenlager zurückgegangen“, berichtet Ruben. Das jedenfalls hat er von zwei Zeitzeuginnen gehört. Ob es sich um das Lager Beller auf Harsewinkeler Gebiet oder ein Lager bei Kölkebeck gehandelt hat, können die Zeitzeuginnen nicht mit Bestimmtheit sagen. Auf jeden Fall hat er auf dem Hof Knufinke mit der dort lebenden Haustochter angebandelt. Aus der Beziehung ist dann eine 1944 geborene Tochter hervorgegangen, Rubens Großmutter. Sie wurde in Paderborn geboren und ist mit ein oder zwei Jahren nach Brockhagen zurückgekehrt. Auf ihr Nachfragen, von dem Franzosen zu erzählen, hat die Mutter keine Antwort gegeben.

Geblieben sind einige Fotos, auf denen Rubens Urgroßvater zu sehen ist. Auf dem einen steht er in Arbeitskleidung neben dem Arbeitspferd des Bauernhofes, auf dem anderen im Sonntagsstaat vor einem Baum in der Nähe des Hofes. „Meine Hoffnung ist, dass sich doch noch jemand findet, der sich an Hand der Fotos erinnert und vielleicht den Hausnamen oder auch nur den Herkunftsort oder die Region weiß“, schildert der junge Geschichtsforscher im Stadtarchiv Harsewinkel sein Anliegen. Dabei helfen das Stadtarchiv und wir ihm gerne. Daher bitten wir unsere Leser und Leserinnen, sich mit dem Stadtarchiv Harsewinkel in Verbindung zu setzen, wenn sie näheres über den auf den Fotografien abgebildeten Urgroßvater Ruben Beintmanns wissen (Tel.: 05247 – 935127 oder eckhard.moeller@harsewinkel.de).

Text: Stadt Harsewinkel

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