Grundschulkinder spielen Theater

Schüler und Schülerinnen des Grundschulverbundes Langenberg proben ihre Rollen als angsteinflößende Monster.

Fische und Bären, Zicken und Pechvögel, Wissenschaftler und ein tapferes Schneiderlein sind derzeit auf der Playlist von theaterspielenden Kindern an vier Grundschulen im Kreis Gütersloh ganz oben. Die Schülerinnen und Schüler, die erst kürzlich nach Deutschland zugewandert sind, nehmen am Projekt ‚Theaterpädagogik und Sprachförderung‘ des Kommunalen Integrationszentrums Kreis Gütersloh teil.

Am Grundschulverbund Langenberg erzählen Jungen und Mädchen das Märchen des tapferen Schneiderleins mit eigenen Worten und eigenem Ende: Der König und der Schneider stellen fest, dass Kämpfen doof ist. Da gehen Soldaten, Monster, der König und der Schneider doch lieber gemeinsam Eis essen. Die Theaterpädagogin Claudia Bieber ermutigt und unterstützt die Kinder, sich mit ihren eigenen Ideen einzubringen. Nach einem langen Schultag und Hausaufgaben verlangt es den Kindern oftmals viel Konzentration ab, sich auf das Theaterspielen einzulassen. Umso wichtiger ist es, dass der Theaterkurs am Nachmittag in einer lockeren Atmosphäre stattfindet. „Spaß tut gut“, fasst ein junger Schauspieler zusammen, der gerade mit einem spontanen Wortspiel das Ensemble zum Lachen bringt. „Wir haben eine sehr gute Sprachförderung an der Schule. Aber es ist noch etwas anderes, Sprache vor einem großen Publikum beim Schulfest auszuprobieren. Die Kinder gewinnen dadurch an Selbstbewusstsein“, meint Katrin Muster, OGS-Koordinatorin und Schulsozialarbeiterin des AWO Kreisverbandes Gütersloh am Grundschulverbund Langenberg. Bieber ergänzt: „Einige Kinder verfügten zu Probenbeginn über geringe Deutschkenntnisse, weil sie erst seit kurzem in Deutschland waren. Durch ihren Spaß am Spielen und ihr Talent, entwickelten sie sich auch sprachlich in diesem Projekt weiter.“ „Das sind tolle Entwicklungen, die wir bei unseren Maßnahmen der Durchgängigen Sprachbildung immer wieder erfahren“, freut sich Vera Lengersdorf, pädagogische Mitarbeiterin im Kommunalen Integrationszentrum, die sich vom kreativen Spiel mit Sprache und Körper bei einer Probe überzeugen konnte.

Die Maßnahme „Theaterpädagogik und Sprachförderung für neuzugewanderte Schülerinnen und Schüler“, welche vom Kreis im zweiten Jahr finanziert wird, findet dieses Schuljahr noch an drei weiteren Grundschulen statt. Auch in Harsewinkel erarbeitete die VHS Reckenberg-Ems mit der Theaterpädagogin Christine Ruis und neuzugewanderten Kindern der Kardinal-von-Galen-Schule Szenen zu der ‚Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte‘.

Foto: Kreis Gütersloh