Handballer des TSG Harsewinkel rassistisch beleidigt

Foto: Heiner Obermeyer

Malik St. Claire berichtet von unfassbaren Beleidigungen bei Spiel in Porta Westfalica.

Am letzten Sonntag, den 21. Januar, ging es hoch her in Porta Westfalica, als die Handball-Verbandsligisten TSG Harsewinkel und HSG Porta aufeinandertrafen. In der zweiten Halbzeit wird Spieler Malik St. Claire (19) nach einem Foul disqualifiziert – und von der Tribüne dann mit Affenlauten und rassistischen Bemerkungen beleidigt.

 

Malik erzählt, was passiert ist:

Am Sonntag haben wir auswärts gegen den HSG Porta gespielt. Nach einem Foul meinerseits habe ich in der 52. Minute eine rote Karte bekommen. Da kamen von der Tribüne seitens der Porta-Fans sehr unangenehme Geräusche herüber [Affenlaute unter anderem]. Am liebsten wäre ich rausgegangen, aber mein ehemaliger Trainer riet mir dazubleiben. Deshalb habe ich das dann abgesessen.

Die Reaktion unserer Mannschaft kam sofort. Johnny Dähne, unser Torwart, ist laut geworden und zum Zeitnehmertisch gerannt. Er hat da versucht das Spiel zu unterbrechen und bekam 2 Strafminuten, wonach regulär zuende gespielt wurde.

Alle waren ziemlich erschrocken und wussten gar nicht so richtig mit der Situation umzugehen. So etwas ist uns vorher noch nicht passiert.

Nach dem Spiel ist der Vorstand des HSG Porta zu uns in die Kabine gekommen und hat sich im Namen des Vereins bei mir entschuldigt. Aber das ist ein Sportverein und ich finde nicht, dass der etwas für die Leute kann. Die waren auch total erschrocken und haben sicherlich nicht mit so etwas gerechnet.

Es läuft ein Verfahren gegen diese Zuschauer und der HSG Porta versucht herauszufinden, wer dahintersteckt. Ich glaube, das waren Leute, die mit dem Gedankengut was anzufangen wussten. Eigentlich werden unsere Spiele alle gefilmt, aber gerade über die zweite Halbzeit gibt es kein Material, da die Kamera aufgrund eines technischen Defekts ausgefallen sei. Es ist auch merkwürdig, dass sich aus dem Publikum niemand gemeldet und Hinweise abgegeben hat.

Der Vorfall hat unsere Mannschaft noch enger zusammengeschweißt. Alle stehen hinter mir, der Verein, der Vorstand. Wir müssen mit dem Geschehenen zusammen umgehen und ich werde nicht alleine gelassen. Auch auf Facebook haben mir viele ihren Support ausgesprochen, Spieler aus der Liga, Schiedsrichter usw. Das ist echt überwältigend.

Rassismus in der Form ist mir in Harsewinkel noch nicht begegnet. Es ist auch echt unsinnig und traurig! Wir sind alle irgendwo gleich und sollten einander daher auch gleichbehandeln. Eigentlich ist Sport auch einer der besten Wege zur Integration. Egal, ob man gut Deutsch spricht oder woher man kommt, im Sport wird man sofort zum Teamkollegen.