Subtiles Verbrechen und feiner Humor – Besucher tauchen in “Elbschmerz” ein

Nicole Wollschläger stellte am Sonntag ihr neustes Buch „Elbschmerz“ im Bürgerhaus Greffen vor.

Im großen Pool der Krimiautoren oben mitzuschwimmen, kann für einen Schriftsteller mühselig und anstrengend sein. Immer mehr Ermittler, raffiniert umgebrachte Tote und verstrickte Mordfälle aller Arten und Ausführungen beherrschen den Buchmarkt. Für den Autor, selbst wenn er der schreibenden Elite angehört, bedeutet dies eine latente Gefahr. Die Leserschaft könnte das Buch nämlich nach wenigen Seiten gelangweilt auf den Nachttisch zurücklegen, im schlimmsten Fall unschöne Buchkritiken im Internet verbreiten. Einen ganz anderen Weg geht dabei Nicole Wollschläger (43).  Wie sich die Krimiautorin versucht im Pool der schreibenden Zunft abzusetzen, das haben am Sonntag 38 Besucher der Autorenlesung im Bürgerhaus Greffen erlebt. Rund zwei Stunden las Nicole Wollschläger, auf Einladung des Bürgervereines und der katholischen Bücherei St. Johannes, im Rahmen der Reihe „Kunst &Kultur“, aus ihrem mittlerweile dritten Buch „Elbschmerz“. Nach dem Debütkrimi „Elbschuld“ , folgte damit der zweite Band um das Wirken des Ermittlertrios Kommissar Philip Goldberg und seinen Kollegen Hauke Thomsen und Peter Brandt aus Schleswig-Holstein. Dabei gab es in Greffen eine Premiere, denn Nicole Wollschläger eröffnete in Bürgerhaus ihre Lesereise zu ihrem Ende August veröffentlichten Schriftwerk.

Auf 292 Seiten erzählt die Autorin über einen Besuch von Kommissar Goldberg und seinen beiden Kollegen in einem neuen Ayurveda-Zentrum Namasté. Eigentlich ein Ort der Stille und inneren Einkehr. Bis plötzlich eine Patientin spurlos verschwindet. Für die Kommissare, die an einem teambildenden Yoga-Kurs teilnehmen wollten, bedeutete dies ihr nächster Fall, denn alles deutet auf eine Entführung hin. Als eine rätselhafte Krähe aus Schnee das Verschwinden zweier weiterer Patienten ankündigt, scheint es auch dieses Mal nicht mit rechten Dingen zuzugehen. Und schon bald entpuppt sich das Namasté zu einem Schauplatz eines weit zurückliegenden Dramas, das unwillkürlich auf eine menschliche Katastrophe zusteuert.

Wer nun auf viel Blut oder Gemetzel hofft, wartet vergebens, denn Nicole Wollschläger bevorzugt eine andere Art des Krimischreibens. „Elbschmerz ist kein klassischer Krimi, sondern eine spannende Erzählung, die leicht skurril und von einem feinen Humor durchzogen ist. Im Schwerpunkt geht es darum Schlimmeres zu verhindern“, so die Schriftstellerin, die 2011 erstmals in Greffen zu Gast war. Damals begeisterte sie Kinder mit dem „Magischen Baumhaus“, eine von insgesamt 600 szenischen Lesungen mit denen sie acht Jahre auf Tour war. Nach Kindererzählungen ließ sie Krimi folgen.