Kunstausstellung rund um die Büroklammer – Städtische Bücherei in Harsewinkel zeigt Bilder und Skulpturen

Wolfgang Milting aus Steinhagen vor einem seiner außergewöhnlichen Büroklammer-Bilder, die derzeit in der St. Lucia- Stadtbücherei in Harsewinkel zu sehen sind.

Wenn die Büroklammer die Biege macht, ist der Steinhagener Künstler Wolfgang Milting (74) nicht weit, denn der gelernte Farb-Lithograph und studierte Drucktechnik-Ingenieur macht aus jeder Büroklammer ein Kunstwerk. Was dabei rauskommt, ist seit Freitag in der Stadtbücherei Harsewinkel zu erleben. Dort sind bis zum 17. November insgesamt 16, computergenerierte, Büroklammer-Bilder zu sehen.

Wo andere eher peinlich berührt sind, wenn man ihnen unterstellt das sie Photoshop verwenden, um Fotos und Bilder aufzuhübschen, ist Wolfgang Milting ohne Umschweife geständig. „Klar, benutze ich en Bildbearbeitungsprogramm“ lacht der gebürtige Steinhagener und zeigt auf eines der insgesamt 15 Bilder und Collagen, die seit Freitag in den Schaukästen der Stadtbücherei zu sehen sind.

Zuerst scannt der Künstler, der mehr als 35 Jahre in Bereich Grafik, Reproduktion und Drucktechnik selbstständig tätig war, die verbogene Büroklammer ein und lädt das Bild auf seinem Computer hoch. „Dann hole ich mir aus meiner Bilddatei die passenden Motive dazu und verarbeite alles mit einem Bildverarbeitungsprogramm, so das an Ende ein außergewöhnliches Gesamtkunstwerk entsteht“ erklärt Wolfang Milting seine Vorgehensweise. Weitere Besonderheit bilden die bildbegleitenden Texte. So findet sich beispielsweise neben dem rotdomminierenden Bild „Gene & Drogen“ ein humorvoller Text von Volker Kriegel über „Tierischen Drogenmissbrauch“. „Vom Schnüffel ist die Spinnenfrau inzwischen so gut wie blau. Das Rauschgift macht den Albatros vorübergehend hemmungslos. Der Steinbock drückt zuerst aus Frust, am Ende aus Zerstörungslust. Dem Fahnder schwört das Hermelin, es sei schon seit zwei Jahren clean. Es hat so manche fette Sau, sich krumm verdient am Mohnanbau. Zum Abschluss setzt der Oktopus, aus Versehen den goldenen Schuss“.

Während der Künstler und sein bester Freund Günter Hillebrecht die Ausstellungseröffnung mit Gedicht- und Prosatexte von berühmten Schriftstellern, wie Joachim Ringelnatz, Heinz Erhardt, Karl-Heinz Klöpper, Arezu Weitholz und Christian Morgenstern aber auch eigenen Kreationen bereicherten, wurde über eine große Leinwand das jeweilige Kunstwerk eingeblendet. „Der Textinhalt offenbart sich besser, wenn die Zuschauer das passende Bild dazu sehen“, erklärt Wolfgang Milting.