30 Jahre “Kastanienclub” in Greffen – Festakt zum Jubiläum mit vielen Geladenen geplant

Dieter Fels freut sich auf ein schönes Jubiläum, das er als Dankesfeier für alle Gönner und Unterstützer des Kastanienclubs verstanden wissen möchte.

“Unser Nächster ist der Mensch. Besonders der, der unsere Hilfe braucht„. Diesen Ausspruch von Martin Luther haben sich vor 30 Jahren Mathilde Linnemann, Bernhardine Pennekamp, Bernhard Schulz, Kläre Turwitt, Maria Kampelmann, Ute Beckmann, Dieter Fels, Peter Winnen, Maria Grünebaum und Albert Luchtefeld  zu Herzen genommen und den „Kastanienclub“, ein Freundeskreis für Behinderte in Greffen, aus der Taufe gehoben. Am Samstag, den 21. Oktober, soll dieses Jubiläum, ab 14.30 Uhr, mit einem Festakt in der Hubertusklause im Warendorfer Landweg 2 im Harsewinkeler Ortsteil Greffen gebührend gefeiert werden. Eingeladen sind alle behinderten und nicht behinderten Clubmitglieder, Angehörigen, Freunde, Ehemalige, Unterstützer und Gönner sowie Vereinsvertreter.

„Kinder, wo ist die Zeit geblieben“. Dieter Fels kann es kaum glauben, das die Gründung der privaten Initiative 30 Jahre zurück liegt. „Wir haben so viel mit den Behinderten gemacht. Das war immer schön. Dabei hätten wir niemals gedacht, das die Vereinigung einmal so groß und erfolgreich werden würde“, resümiert Kastanienclub-Mitbegründer und Sprecher Dieter Fels. Der gelernte Gärtner war im Dezember 1987 gerade 40 Jahre alt, als er mit den weiteren Mitbegründern, allesamt Bedienstete des 1984 von Albert Luchtefeld neu eröffneten „Kastanienkrugs“, von dem über das Jahr angesammelte Trinkgeld eine Weihnachtsfeier ausrichtete.

„Wir hatten 178 Mark und wollten den Behinderten in Greffen etwas Gutes tun“. Insgesamt sieben Behinderte und der damalige Harsewinkeler Bürgermeister Heinrich Hemker nahmen an der Weihnachtsfeier teil. „Gerade für die Behinderten war das keine Selbstverständlichkeit, denn die meisten Menschen mit Behinderung wurden damals noch versteckt“ erinnert sich Dieter Fels. Zwei Jahre später unterstützten die ersten Sponsoren das Miteinander des Kastanienclubs. Zudem erhielt der ehrenamtliche Club Zuwendungen aus dem Erlös der „Guten Tat“ von Berni Dirkorte. Weil die Veranstaltung im Februar 2008 eingestellt wurde, hob der damalige Ortsheimatpfleger Norbert Schmitfranz das „Dorfschwein“ aus der Taufe. Das Porzellantierchen macht seitdem auf jeder Veranstaltung in Greffen die Runde, um mit Spendengeld gefüttert zu werden. „Darüber sind wir sehr glücklich, denn wir leben ausschließlich von Spenden. Nur durch dieses Geld kann der Zusammenschluss erhalten werden“ so Dieter Fels. Größte Privatspende der vergangenen 30 Jahre waren 5.000 DM.

Viel Anerkennung zollt er aber nicht nur allen Spendern und jenen Eltern, die ihre behinderten Kinder dem “Kastanienclub” anvertrauen, sondern auch allen ehrenamtlichen Helfern, die sich bei den verschiedenen Veranstaltungen, Reisen, Festen und Ausflügen um die aktuell zwischen 10 und 70 Jahre alten Clubmitglieder kümmern. In den vergangenen 30 Jahren wurden neben den Weihnachtsfeiern auch Besuche der Karl May Festspiele, Tagesfahrten an die Nordsee, die Weser und nach Bad Zwischenahn, Theaterbesuche, Planwagenfahrten Schifffahrtstouren und Sommerfeste ermöglicht. Überaus gern gesehener Begleiter war auch oft Musikus Franz Bruns mit seinem Akkordeon.

An all diese schönen Momente soll im Rahmen der Jubiläumsfeier nun erinnert werden. Weil zu einem guten Fest, neben einer Cafeteria, auch Unterhaltung gehört, ist eine amerikanische Versteigerung eines von Franz Meier zu Greffen sen. gebasteltes Vogelhaus geplant. „Die Besucher sollten also auf jeden Fall Geld in der Brieftasche haben“, schmunzelt Dieter Fels.

 

 

Das sind die Gründungsmitglieder des “Freundeskreis der Behinderten”, dem Kastanienclub in Greffen: Vo.li.: Mathilde Linnemann, Peter Winnen, Bernhardine Pennekamp, Bernhard Schulz, Maria Grünebaum, Dieter Fels, Kläre Turwitt. Unten vo.li.: Maria Kampelmann und Ute Beckmann.