War das alles, Sommer? – Zeugnis zum Ende der Jahreszeit

Gelber Blütenteppich auf herbstlichen Feldern: Dies ist kein Raps sondern Gelbsenf in voller Blüte. Es handelt sich dabei um natürlichen Dünger, denn die Senfpflanzen werden später untergepflügt.

Mit orangen, roten und goldgelben Herbstlaub und sattgelben Senffeldern verabschiedet sich derzeit der Sommer. Müsste man ihm ein Zeugnis ausstellen, wäre die Leistungsbilanz der angeblich „schönsten Zeit des Jahres“ ein ordentlicher „Schuss in den Ofen“. Und der Sommer damit ein echter Sitzenbleiber.

„Ungenügend“ von Beginn an in der Anzahl der Sonnentage. „Mangelhaft“ in Sachen Durchsetzungsvermögen gegenüber den teils massiven und ungemütlich-kalten Regenschauern. „Ausreichend“ für die ungemütlichen Tiefs, das subtropische Klima und die stürmischen Störer und Baumknicker sowie jeweils ein „Mangelhaft“ für die fehlende Kontinuität des Quecksilbers in Verbindung mit wohltuendem Temperaturverhalten. Insgesamt ging der Sommer zwar bemüht an das erforderliche Wetterziel heran, doch selbst eine längere Wiedergutmachung der vermiesten Tage blieb bislang ohne gewünschten Erfolg. Somit kann noch keine Verbesserung der Gesamtsituation verbucht werden.

Und selbst den letzten Funken Hoffnung auf einen eventuell „Goldenen Herbst“ haben die Meteorologen, in beängstigender Einmütigkeit, schon kaputt orakelt. Aber vielleicht beschert uns ja der Klimawandel einen milden Winter, dann ist die Wartezeit bis zum Frühling nicht zu lang. Hoffentlich nutzt der Sitzenbleiber Sommer seine neue Chance und verharrt nicht wieder in Trance. Das Wetterziel 2018 lautet nämlich „Vom Versager zum Klassenprimus“.