Drei Vermisste bei Brand einer Scheune auf Gut Niedick – Feuerwehr probt den Ernstfall

Im Rahmen einer Gesamtübung haben Einsatzkräfte aus drei Löschzügen und der Werkfeuerwehr Claas ihr Können unter Beweis gestellt. Angenommen wurde ein Scheunenbrand auf dem Gut Niedick

Um im Ernstfall  schnell und zielorientiert reagieren zu können, müssen die Experten für nahezu alle Notlagen, die  Feuerwehrmänner und Frauen, regelmäßig üben.  Vor allem wenn unter Zeitdruck mehrere Löschzüge koordiniert werden müssen, keine ausreichende Wasserversorgung vorhanden ist und sich Personen und Tiere in Gefahr befinden, muss jede Entscheidung und jeder Handgriff richtig sein. Um den schlechtesten anzunehmenden Fall vernünftig zu proben, eine Vielfalt von zu lösenden Aufgaben abzuarbeiten und mögliche Mängel in Abläufen aufzudecken, fand am Dienstagabend auf dem Gut Niedick eine Gemeinschaftsübung mit Einsatzkräften aus den Feuerwehrlöschzügen Harsewinkel, Marienfeld, Greffen und der Werkfeuerwehr der Firma Claas statt. Rund 100 Feuerwehrmänner und Frauen hatten sich an der von Alfons Hennemann und Markus Laumann vom Löschzug Greffen organsierten Übung beteiligt. Und am Ende bei der „Manöverkritik“ positive Rückmeldungen erhalten.

„Eine Scheune auf dem landwirtschaftlich betriebenen Hof Niedick ist in Brand geraten. Drei Personen werden vermisst, ein Übergreifen der Flammen auf angrenzende Gebäude, darunter eine Maschinenhalle und ein Schweinestell, droht“, erläuterte Alfons Hennemann, Löschzugführer des Löschzuges Greffen, den nach und nach eintreffenden Blauröcken die bedrohliche Lage. Um das ganze Szenario möglichst realistisch zu gestalten, sorgten zwei Nebelmaschinen für ordentlich Rauch, drei Übungspuppen wurden als Vermisste in dem Scheunentrakt versteckt. Neben der Brandbekämpfung und einer schnellen Personenrettung galt es aber auch eine Wasserversorgung über lange Strecke aufzubauen, denn auf dem Hof gibt es keinerlei Hydranten. Neben dem mitgebrachten Wasser aus den Tanklöschfahrzeugen, mussten deshalb auch noch über mehr als 800 Meter Schläuche zu einem Löschwasserteich und einen Brunnen verlegt werden. Ein in direkter Nähe vorbeiführendes Bahngleis wurde für die Zeit der Übung gesperrt.

Während die ersten Trupps den imaginären Brand von außen löschten und eine sogenannte Riegelstellung aufbauten, um eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern, rückten andere Kameraden in die rund 40 Meter lange Scheune vor. Keine leichte Sache für die unter Atemschutz agierenden Einsatzkräfte, denn innerhalb des Gebäudes herrschte, Dank einer leistungsstarken Nebelmaschine, null Sicht. Dennoch wurden alle “Vermissten” rasch gefunden und aus dem Gefahrenbereich gebracht.

„Bei der Übung heute geht es nicht um Schnelligkeit, sondern um eine vernünftige Koordination aller Kräfte aus den vier Zügen. Alle Beteiligten wissen zwar das der Einsatz eine Übung ist, sie wissen aber bis zuletzt nicht wo es stattfinden wird“ so Stadtbrandinspektor Andreas Feismann von der Feuerwehr Harsewinkel. Bultmann Henning, der Pferdezucht, Schweinemast und Ackerbau betreibt, begrüßte die Anfrage einer Übung auf seinem Hof. „Irgendwo müssen sie ja Proben. Außerdem ist das für uns ja auch wertvoll, wenn die meisten Einsatzkräfte schon mal hier gewesen sind“.