Raus aus dem Keller : Schüler erhalten neuen Wohlfühl-Standort zur Förderung von Kreativität und kultureller Bildung

Die Gymnasiastin Rieke Pennekamp dokumentierte aus dem Leben einer syrischen Flüchtlingsfamilie.

Rund ein halbes Jahr nach der Fertigstellung wurden kürzlich die neue Kunsträume des Städtischen Gymnasiums eingeweiht. Unter dem Motto „Der Kunst Raum geben – dem Raum Kunst geben“ wurde dazu der Gebäudeteil G eigens aufgestockt.

„Wir mussten erst ankommen. Die Räume mussten praktisch erst zu unserer Heimat werden, um sie einweihen zu können“, erklärte Dr. Lars Zumbansen, Fachlehrer für Kunst und Deutsch am Gymnasium, die Verzögerung. Gleichzeitig spielte der Pädagoge damit auf die parallel laufende Ausstellung „Heimart“ an. Im Rahmen des Projektkurses „Fotografie“ hatten sich dazu 20 Schüler des elften Jahrgangs im vergangenen Schuljahr mit dem Thema „Heimat“ beschäftigt und ihre Ideen fotografisch festgehalten. Im gesamten Gebäudetrakt präsentieren die Gymnasiasten rund 250 Fotos zum Thema. Unter anderem recherchierten die Schüler in ihrem biografisch, familiären Nahraum, spürten ihren eigenen russischen, italienischen oder kolumbianischen Wurzeln nach, tauchten in ihnen zuvor unbekannte Kulturen und soziale Milieus ein, dokumentierten eine syrische Flüchtlingsfamilie und gaben Einblicke in das Alltagsleben einer Zirkusfamilie. „Wo fängt Heimat an, wo hört Heimat auf. Ist Herkunft Zufall oder Schicksal?“, fragte Lars Zumbansen.

„Wir haben über Jahre ein dickes Brett gebohrt, um die neuen Räume bewilligt zu bekommen“, betonte Schulleiter Lambert Austermann dazu. Nach langen Diskussionen hatte die Politik schließlich 900.000 Euro bereitgestellt. Lambert Austermann unterstrich, dass die Schule „nicht nur kognitives Lernen, sondern auch Bildung vermitteln“ wolle.

Ebenso wie der Rektor hoben auch Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide und der ehemalige Lehrer Ulrich Winkler die Bedeutung der Kunst hervor. Der inzwischen pensionierte Fachlehrer erinnerte dabei an die „langen unwürdigen Bedingungen“ in den Kellerräumen, wo die Schüler hätten arbeiten müssen und sprach von jetzt „fantastischen Bedingungen“.

Text u. Foto : H. Krawuttke