Trecker, Tempo und Temperamente – Gelebte Begeisterung für landwirtschaftliche Blechveteranen öffentlich gemacht.

Ob Ackerschlepper, Hänger oder Standmotoren ; die riesige Fuhrparkausstellung in Greffen war ein prachtvolles und überaus lebendiges Open-Air- Museum verschiedener Landmaschinenhistorien.

Das große Oldtimer-Treffen der Oldtimer-Freunde Greffen hat am Samstag und vor allem Sonntag für rege Besucherströme gesorgt. Einige tausend Gäste waren der Einladung zum  Open-Air- Landmaschinenmuseum im Schützenbusch und auf der Wiese vor dem Hof Meier zu Greffen gefolgt, um mehr als 500 rare Traktoren, Schlepper, historische Agrar-Oldies, besondere Zweiradjuwelen, alte Anhänger, Standmotoren, jede Menge landwirtschaftliche Geräte aus der Vergangenen zu bestaunen. Um das alle drei Jahre stattfindende Treffen zum Erfolg zu machen, waren neben den 90 Mitgliedern der Oldtimer- Freunde auch Familienmitglieder und Freunde vor und hinter den Kulissen im Einsatz. Während am Samstag das „Dieselgeflüster“ am Abend bereits sehr gut besucht war, gipfelte das Oldimer-Treffen am Sonntag zum echten Höhepunkt. Neben Standmotoren waren auch herrliche Zweiradschönheiten, wie Henkel, NSU, Miele, DKW´s, Vespa´s, BMW´s und Puch zu entdecken. Für die musikalische Unterhaltung sorgten die Musiker vom Spielmannszug „In Treue fest“. Insgesamt zwei gelungene Aktionstage, auf die die 2003 gegründeten Oldtimer-Freunde Greffen, mit ihrem ersten Vorsitzenden Karl Hartmeyer an der Spitze, stolz sein können.

Aufgereiht wie am Perlenkettchen standen die alten Traktoren und Schlepper auf der Wiese und im Schützenbusch. Lanz, Deutz, Fahr, John-Deere, Farmall und Kramer waren die angesagten Hersteller der Landtechnik-Stars vergangener Tage. Urige, klobige Maschinen, die kaum noch einer kennt, geschweige, trotz deren Einfachheit, bedienen könnte, wurden mit leuchtenden Augen von älteren Besuchern als „ schöne Schätzchen der Erinnerungen“ begutachtet. Mittendrin auch echter Porsche, karminrote Kraftpakete für Feld und Flur. Bis Mitte der 50-er Jahre wurde dieser Trecker gebaut. Der „Freund des Landwirtes“ hatte zwischen 14- 50 PS und sorgte bei den deutschen Bauern damals für echte Begeisterung. Nicht minder sehenswert auch top restaurierte Fendt´s, Lanz-Bulldog , Hanomag, Allgeier, Eicher, Enfield, Rheinstahl und sogar ein Fiat. Der orange Ackerschlepper, ein Fiat Trattori 1000DT aus dem Jahr 1976, verfügt über 100 PS und gehört Alfons Kampelmann. Daneben war ein Hanomag R40 aus dem Jahr 1946 von Andreas Fressmann eingeparkt. Ebenfalls dabei war auch der 13 PS starke Klöckner-Humboldt aus dem Jahr 1959 von Walter Lüffe. Deutlich älter war dagegen der Lanz 8506 aus dem Baujahr 1936 von Paul Rüther aus Drensteinfurt.

Weniger auf perfektes Aussehen sondern vielmehr Wert auf funktionierende Technik legt Anna Reichenbach aus Harsewinkel. Nicht verwunderlich, denn sie fährt bei jeder Gelegenheit mit ihren Kindern Svea (8) und Finn (4), auf einem vom ihrem Vater Dietrich Minkner ausgeliehen, 24 PS starken M.A.N Typ 2L3 aus dem Baujahr 1959. „Wir sind sehr gerne in „Drei-Generationen“-Ausflügen unterwegs. Ob zu einem Picknick, zu Treffen oder einfach nur als Ausfahrt, wir lieben es mit den Treckern und der Familie unterwegs zu sein“, erklärt Anna Reichenbach. Oftmals werde der Trecker auch nur mal eben zum Eisessen am Feldmarksee aus der Garage geholt.

Eine Menge erzählen kann auch Bernhard Engelmeyer aus Hagen. Seit 2002 ist das Mitglied der Treckerfreunde Ueffeln-Balkum mit einem 28 PS starken Deutz D30S aus dem Baujahr 1963 und einem angehängten Eriba- Wohnwagen aus dem Jahr 1972 in Europa unterwegs.  Im Vorjahr war er insgesamt 6.800 Kilometer mit seinem Gespann unterwegs. In diesem Jahr sind es auch schon weit über 5.000 Kilometer. 25 Stundenkilometer sind dabei die perfekte Reisegeschwindigkeit. „Diese Fahrten sind für mich das Schönste. Gemütlich unterwegs sein, den Leuten zuwinken und die schönen Landschaften genießen, besser geht es nicht. Man braucht so wenig, um glücklich zu sein. Man muss nur ab und zu etwas bescheuert sein“ schmunzelte Bernhard Engelmeyer.