Wildbeobachtung im Ferienspielangebot- Mit erfahrenen Jägern in den Revieren unterwegs

Rekordmäßige 45 Kinder waren bei diesjährigen Ferienspielangebot des Jagdhornbläserkorps Harsewinkel dabei.

Auch wenn sie keinen Yeti gesehen haben, so kannte die Begeisterung der jungen Teilnehmer des Ferienspielangebotes „Abendansitz mit Jägern zur Wildbeobachtung“ des Jagdhornbläserkorps Hegering Harsewinkel am frühen Freitagabend keine Grenzen. Und das, obwohl neben Geduld, Stille, hellwache Sinne und guter Beobachtungsgabe auch Stillsitzen und Innehalten gefragt waren. Gerade letzteres zählt gerade bei aufgeweckten Kindern nicht gerade zu den Stärken. Dazu kam während der Revierbesuche auch noch heftiger Regen. Dennoch war die „Ausbeute“ der zweistündigen Beobachtungssafari enorm.

Jule und Jette haben einen Fischreiher gesehen. Alina-Marie und Anna-Katharina und Frieda jede Menge Hasen und Wehse hat eine Eule. Dazu kamen den Ferienspielkindern Fasanenküken, Rehe, Eichhörnchen, Hornissen, Füchse, Enten, Stare, Bussarde, Forellen, Stiglitze und Eichelhäher vor die Augen. Mit den Kindern freute sich auch Birte Lütke- Bornefeld, die das jährliche Ferienspielangebot der Jagdhornbläser seit vier Jahren organisiert. „45 Jungen und Mädchen; das ist absoluter Rekord. Im Vorjahr waren es gerade mal 30 Ferienspielkinder“, strahlt sie, während sich die zwischen 6 und 12 Jahre alten Kinder auf dem Hof Lütke- Bornefeld an der Tüllheide zum Abschluss der Aktion an dem leckeren Grillgut labten. Jeweils zwei Kinder wurden während des Rundgangs von einem erfahrenen Waidmann begleitet. Dabei erkundeten sie Reviere in Harsewinkel, Clarholz, Kölkebeck und Greffen.

Erschreckend findet Birthe Lütke- Bornefeld, dass viele Kinder noch nie im Wald waren, geschweige auf einem Hochsitz gesessen haben. „Das ist Großstadtniveau inmitten einer ländlichen Region wie hier“. Auch dass einige Kinder keine bis wenige heimische Tierarten kennen und andere nicht wüssten, wo das Fleisch herkommt, das sie täglich essen, findet Birthe Lütke- Bornefeld überaus bedenklich. „Das zeigt einfach, das sie zu viel vor dem Fernseher, Computer oder Handy sitzen und sich scheinbar auch die Eltern nicht kümmern“.

Um die Vielzahl und Besonderheiten der heimischen Tiere am Ende der Aktion nochmal in Ruhe zu verdeutlichen, gab es eine umfangreiche Sammlung präparierter Wildtiere, die nicht nur erklärt sondern auch angefasst werden durften. Zudem gab es Informatives rund um das Jagdhornblasen und die verschiedenen Signale als fester Bestandteil des jagdlichen Brauchtums. Viel Freude bescherten den Kindern auch die Jagdhunde. Animiert von der Begeisterung der Kinder fragen mittlerweile auch immer mehr Erwachsene nach einer begleitenden Naturerkundung. „Wir überlegen derzeit, ob wir das mal anbieten sollten, denn wenn sich Eltern in der Natur auskennen, können sie es auch einfacher und richtig ihren Kindern vermitteln“, so Birte Lütke-Bornefeld.