Kabarett im Harsewinkel – Wenn der Fuchs im Hühnerstall „Raus aus den Federn“ schreit

Wenn im beschaulichen Oberbayern am frühen Morgen der Fuchs im Hühnerstall „Raus aus den Federn“ schreit, dann ist der bayerische Kabarettist Josef Brustmann nicht weit. Solche humorvollen Kalauer sind nämlich sein Metier, wie am Samstagabend mehr als 70 Besucher im Heimathaus Harsewinkel erlebt haben. Eingeladen hatte der Kultur- und Bildungsverein (Kubi) Harsewinkel, der Josef Brustmann mit seinem Programm „Fuchstreff, nix für Hasenfüße“ präsentierte.

Dabei schwadronierte, ulkte, bilanzierte und sang der ehemalige Lehrer, der seit 2004 als preisgekrönter Solokabarettist die Bühnen erobert, mit überaus schlauen wie tiefgründigen Texten, frechen Liedern und teils bitter-bissigen Erkenntnissen durchs wildwüchsige Lebensunterholz der Menschheit. Dabei wusste er zu berichten, dass Astronauten vom Weltall aus nicht nur die chinesische Mauer, sondern auch das Firmengelände des Landmaschinenhersteller Claas sehen könnten.

Er freute sich darüber, dass er diesmal seinem Publikum nicht zahlenmäßig überlegen war. „In Gütersloh habe ich bei einem Auftritt mal das Lied „Morgen muss ich fort von hier“ gesungen. Da hat plötzlich jemand „Nein, heute noch“ gerufen“. Es freue ihn, wenn er positive Rückmeldungen, wie die einer älteren Dame bekommt, die ihm glaubhaft versicherte, schon lange nicht mehr so herzhaft gelacht zu haben, wie seit dem Tod ihres Mannes.

Leider kaum entkräften konnte der Kabarettist die langläufige Meinung, dass der Oberbayer fremdenfeindlich sei. „Bestes Beispiel ist, das man in Norddeutschland im Gästezimmer logiert. In Oberbayern sind das Fremdenzimmer“. Nachweislich belegt sei dagegen die Tatsache, dass die Oberbayern „Preußenfresser“ seien. „Das stimmt nicht, denn was der Oberbayer nicht mag, das frisst er auch nicht“.