#EhrenamtHarsewinkel: Kunst im öffentlichen Raum

Ludger Ströker und Frido Jacobs engagieren sich für bildende Kunst in Harsewinkel

Ludger Ströker und Frido Jacobs im Interview.

Kunst- und kulturbegeistert, da haben sich zwei gefunden: Ludger Ströker und Frido Jacobs organisieren Ausstellungen von lokalen Künstlern in der Stadtbücherei Harsewinkel. Im Interview stellen sie ihr Engagement vor und berichten von ihren Erfahrungen.

 

Wo und wie engagiert Ihr Euch?

Ludger: Wir ermöglichen Bilderausstellungen in der Stadtbücherei: Von der Idee über die Organisation bis hin zur Durchführung.

Frido: Wir nehmen unsere Rolle als Kuratoren sehr ernst und wollen bestimmte qualitative Vorstellungen realisiert sehen. Deshalb beginnen wir mit einem Atelierbesuch bei der Künstlerin oder dem Künstler, um zu sehen, wie sie oder er arbeitet, und die Motivation hinter Stil und Motiv zu verstehen. Danach entscheiden wir, welche Künstler ausgestellt werden.

Ludger: Über die Jahre haben wir mit reichlich Erfahrung einen sicheren Blick entwickelt.

 

Was motiviert Euch?

Ludger: Der Begriff des Ehrenamtes gefällt mir an dieser Stelle gar nicht. Mein Antrieb ist vor allem persönliches Interesse, Affinität für Kunst und die Gestaltungsfreiheit, Freiheit von Vorgaben und Richtlinien, die mir mein Engagement ermöglicht.

Frido: Mehr auf der Sachebene bin ich zudem der Meinung, dass Kunst im öffentlichen Raum gezeigt werden muss und die Stadt Harsewinkel sieht das nicht als kommunale Aufgabe.

Ludger: Uns sind die Menschen wichtig, die sich an den Bildern erfreuen und natürlich die Künstler, die so auf kommunaler Ebene ein Forum bekommen, um ihre Arbeiten zu präsentieren.

 

Eure Geschichte: Wie hat alles angefangen?

Frido: Wir waren beide Vorstandsmitglieder des KUBI (Kultur- und Bildungsvereins) und unser gemeinsames Interesse für die bildende Kunst ist wie ein Funke übergesprungen.

Ludger: Frido ist der Kunstexperte, ich kann ergänzend gut Organisation. So ist eine kongeniale Partnerschaft geboren. Der Bau der neuen Stadtbücherei war die perfekte Gelegenheit Bilderausstellungen in den öffentlichen Raum zu bringen.

 

Was wünscht Ihr Euch?

Ludger: Ein tiefergehender Internetauftritt mit Bildern und mehr Dokumentation wäre schön. Außerdem wünschen wir uns ein bisschen mehr öffentliche Wertschätzung von Seiten der Politik.

Frido: Wir wollen nicht klagen. Unser Ansporn ist ein anderer. Aber es ist schade, dass wir in all den Jahren keine Rückmeldung vom Harsewinkeler Rathaus bekommen haben.

Ludger: Indem das Ehrenamt als höchstes Gut in Harsewinkel gepriesen wird, zieht sich die Politik auch gleichzeitig aus der Verantwortung zurück und gibt jede Ambition auf, im kulturellen Bereich tätig zu werden. Die Presseresonanz ist aber sehr positiv!

 

Euer Ratschlag: Wie finde ich das richtige Ehrenamt für mich?

Frido: Der Findungsprozess beginnt zunächst mit einer Art inneren Einkehr: Ich habe mich gefragt, wo liegen meine Fähigkeiten einerseits und meine Interessen andererseits. Man macht ja nur das gut, wo man das oft zitierte Herzblut reinstecken kann. Außerdem ist es wichtig, selbst aktiv zu werden und nicht auf andere zu warten. Dazu fällt mir der Zweiteiler ein: „Man soll nicht rasten und nicht ruhn / Bis man gelernt hat, nichts zu tun!“.

Ludger: Die gute Idee ist genauso wichtig wie die praktische Möglichkeit. Und Mut zum Neuen ist unerlässlich. Gleichzeitig ist es aber auch sehr befreiend, ohne den Druck, ein perfektes Ergebnis abliefern zu müssen, agieren zu können.

 

Im Moment kann die von Ludger und Frido organisierte Ausstellung „Imaginationen und Traumbilder“ besucht werden. Vom 26. Januar bis zum 14. März werden Werke des Künstlers Abdulkader Khalil in der Stadtbücherei St. Lucia ausgestellt.

Du würdest den beiden gerne dabei helfen, einen schönen Internetauftritt zu realisieren? Dann melde Dich doch bitte bei uns und wir leiten die Nachricht gerne weiter!