Akute Gefahr für die heimische Vogelwelt – Gemeinschaftliche Pflanzaktion zur Förderung von Insekten- und Vogelpopulationen

Mitglieder vom Vogelschutz- und Zuchtverein und der Imker in Harsewinkel und Marienfeld haben am Samstag ein mit speziellen Pflanzen, Stauden und Hecken bepflanztes Areal angelegt, um der drastischen Bestandsabnahme von heimischen Vogel-, Insekten- und Schmetterlingsarten entgegen zu wirken.

Erschreckende Nachrichten gibt es seit einiger Zeit aus der heimischen Vogelwelt zu berichten. Das bestätigen auch die Mitglieder des Vogelschutz- und Zuchtvereines Harsewinkel. In umfangreichen Beobachtungen stellten sie einen besorgniserregenden Schwund im heimischen Vogelbestand fest. Besonders Meisen, Grünfinken, Rotkelchen, Feldlerchen und Stieglitze sind kaum noch zu sehen. Ursächliche Gründe ist das Fehlen der Nahrungsgrundlage Insekten, die  durch den Einsatz von immer mehr Agrargiften, wie Herbizide und Insektizide aber auch einer zu intensiven Bewirtschaftung von Grünflächen radikal aussterben. Um dem Unheil ein kleines Stück entgegen zu wirken, haben die Vogelfreunde mit einigen Imkern am Samstag auf einer städtischen Wiese am Siedlungsgebiet Laumanns Hof in Harsewinkel mehr als 200 Stauden, 25 Heckenpflanzen und zahlreiche Wildblühpflanzen angelegt. Diese speziell ausgewählten Pflanzen bieten Vogel-, Insekten- und Schmetterlingsarten nicht nur einen idealen Lebensraum, sondern auch gute Nahrungsquellen, was zur Folgen haben soll, das sich die bedrohten Arten wieder erholen.

Damit die bedrohten Vogelarten aber auch Insekten eine möglichst große Unterstützung erfahren, können auch Bürger, vor allem jene die Gärten, Wiesen, Felder oder Wälder besitzen oder bewirtschaften, eine ganze Menge zur Erholung der Populationen beitragen. Die Lösung ist einfach wie simpel. Einfach im Frühjahr und Herbst Hecken, wie Weißdorn, Hundrose, Schmetterlingsflieder, Salweide oder Schlehe pflanzen. Auch ideal sind Insektenfreundliche Stauden, wie Salbei, Rosmarin, Zitronenmelisse, Lavendel, Wilder Majoran, Malve, Storchenschnabel, Glockenblumen und Gänsekresse. Nahrungslieferanten für Vögel, Insekten und Schmetterlinge sind auch Apfel- und Birnenbäume sowie Wildkrokusse. Überaus empfehlenswert sind auch Bienenbäume und Schmetterlingsflieder. „Die sind nicht nur sehr dekorativ sondern auch unheimlich nektarreich. Da schwirrt es richtig drin“ so Friedhelm Engbert vom Vogelschutz- und Zuchtverein.

Einen großen Dank zollte Vereinspressesprecher Dieter Birwe dem städtischen Bauhof. „Sie haben uns bei den Vorbereitungen sehr unterstützt. Zudem hat die Stadt die Pflanzen bezahlt“. Um die zukünftige Pflege des Areals kümmern sich abwechselnd Vogelfreunde und Imker.