Neuer Kaiser in Harsewinkel – Neue Regenten beim Lebenshilfe-Schützenfest ermittelt

Das 11. Integrations-Schützenkönigspaar von „Lebenshilfe“ und BSV mit ihrem Throngefolge und Vertretern des BSV

Kaiserwetter war am  Samstag bei einem in Europa einmaligen „Schützenfest der besonderen Art“ in Harsewinkel angesagt. Mehr als 200 gut gelaunte Gäste feierten bei der vom Bürgerschützen- und Heimatverein (BSV) Harsewinkel und der „ Lebenshilfe“ Gütersloh organisierten 11. Auflage des „Integrativen Schützenfest für Menschen mit und ohne Handicap“ mit. Höhepunkt bildete dabei das schießsportliche Wettstreiten um die Schützenkönigswürde.  40 Titeljäger hatten sich dazu, geduldig wartend, auf dem Vorplatz des Heimathauses in eine lange Schlange eingereiht, um mit dem Luftgewehr auf einen Holzadler zu schießen. Besonderheit dabei war aber nicht nur das vorbildliche Anstellen sondern auch die Ernsthaftigkeit und Freude mit der jeder Einzelne in den Wettbewerb gegangen ist, um möglicherweise den Königstitel zu erringen. Nach rund 90 Minuten war der neue Regent schließlich ermittelt. Phillip Hengelage (32) sicherte sich mit dem 109. Schuss, um 16.59 Uhr, das Regentenamt. Auch wenn daraufhin bei einigen Mitbewerbern, vor lauter Enttäuschung, einige Tränen flossen, so freute sich Phillip Hengelage und seine Freunde riesig. Da Phillip Hengelage 2008, beim damals zweiten Lebenshilfe-Schützenfest, als Schützenkönig regierte, wurde er nun als neuer Kaiser ausgerufen. Statt seiner damaligen Königin Lydia Bisfeld entschied sich er sich diesmal für Sandra Kronsbein als neue Begleiterin an seiner Seite. Die Kaiserin ist 40 Jahre alt und wohnt, genau wie Phillip Hengelage, in der Wohngruppe Schillerstraße. Das Throngefolge bilden Lisa Flöttmann und Marcel Stahnke, Niklas Schultes und Claudia Glasenapp.

Jeder Schützenverein würde sich über eine derart hohe Anzahl von ernsthaften Königsbewerber freuen, so der Geschäftsführer der Lebenshilfe Gütersloh, Gerhard Birth. Wochen im Voraus haben sich die behinderten Bewohner aus verschiedenen Wohngruppen und Einrichtungen der „Lebenshilfe Gütersloh“ auf dieses von immer mehr Zuspruch und Anteilnahme begleitete Fest gefreut. Betreut wurden die Teilnehmer während des Schießens von den BSV-Schießwarten Manfred Berger und Max Holzapfel. Geduldig erklärten sie jedem Schützen, was zu machen ist und wie der beste Schuss abzugeben ist. Günter Austermann, Präsident des Bürgerschützen- und Heimatvereines Harsewinkel, zollte beiden Schießwarten großes Lob während im Hintergrund die alten und neuen Throngesellschaften, Eltern, Betreuer, Gästen und uniformierte Schützen des BSV ausgelassen feierten. Musikalisch vom Kolpingorchester begleitet, denen, genau wie den „Playback-Piraten“ und den Musikern des Spielmannszug Marienfeld, mit viel johlenden Beifall gedankt wurde, war auch das 11. Schützenfest der Lebenshilfe wieder eine gelungene Veranstaltung, die gezeigt hat, das gesellschaftliche Teilhabe, trotz körperlicher und geistiger Beeinträchtigungen, herrlich unbeschwert und normal sein kann. Zumindest in Harsewinkel.