Reges Medieninteresse an der Harsewinkeler „Bart-Attacke“ -Gerichtsverhandlung nach 15 Minuten beendet

Ein Fall, der auf den ersten Blick skurril und deshalb auf ein breites Medieninteresse gestoßen ist, wurde am Freitag vor dem Amtsgericht Gütersloh verhandelt. Über die bereits durch Vorberichte bekannt gewordene „Harsewinkeler Bart-Attacke“ wollte sogar ein extra aus Köln angereistes Fernsehteam berichten. Allerdings war die öffentliche Hauptverhandlung nach 15 Minuten schon wieder zu Ende, denn der Geschädigte aus Harsewinkel, der vor Gericht als Zeuge aussagen sollte, war nicht erschienen. Dabei hatte er dem ebenfalls ihn Harsewinkel wohnhaften Angeklagten vorgeworfen, ihm im Juni 2016, mit fünf weiteren unbekannten Personen, auf dem Parkplatz des Schenke-Marktes an der Hesselteicher Straße in Harsewinkel geschlagen und seinen Bart mit einer Schere beschnitten zu haben. Bei der Auseinandersetzung habe er blutende Verletzungen im Gesicht erlitten. Anlass soll das unsittlich Berühren eines Mädchens gewesen sein. Die Staatsanwältin hielt dem 27-jährigen Angeklagten, durch das Verwenden einer Schere, gemeinschaftlich- gefährliche Körperverletzung, Diebstahl und Bedrohung vor. So soll der Geschädigte mit dem Tod bedroht worden sein, falls er Deutschland nicht verließe.

Über seine Anwältin ließ der angeklagte Harsewinkeler verkünden, dass ihm der Geschädigte, der in der Stadt dafür bekannt sei, dass er jungen Mädchen nachstelle und mit Bäumen und Blättern spricht, von verschiedenen zufälligen Treffen bekannt sei. Eine Tatbeteiligung bestritt er aber ab. Vielmehr sei er zufällig zu der Auseinandersetzung auf dem Parkplatz gekommen, wo eine Gruppe von mehr als zehn Personen den Geschädigten attackierte. Um weitere Übergriffe zu verhindern, habe er noch versucht einige Beteiligte von dem Opfer wegzuziehen. Angaben zu den anwesenden Personen konnte er keine machen, weil ihm namentlich niemand bekannt ist. Da der Geschädigte unentschuldigt der Hauptverhandlung fernblieb, wurde er mit einem Ordnungsgeld in Höhe von 150 Euro bestraft. Zudem soll er zur nächsten Verhandlung von der Polizei vorgeführt werden. Ein neuer Termin wird zeitnah bekanntgegeben.